Diskussion:Anfrage 0309

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Die Liste in der DKR D012 ist eigens dafür da, solche "Redundanz-Argumente" zu verhindern. Natürlich werden Sepsis und SIRS als Zusatzkode verschlüsselt.--Salome (Diskussion) 11:16, 7. Aug. 2021 (CEST)


Ich sehe das auch so, dass die Sepsis und SIRS kombiniert kodiert werden können, beide Diagnosen wurden entkoppelt. Allerdings habe ich meinen Mitarbeiter verboten die R65.0 bei der Sepsis zu kodieren, da dieser explizit das Organversagen, das Bedingung für die Sepsis ist ausschließt. H. Stute



Im MDK Kommentar zur Anpassung der Sepsis-Definition in der ICD-10-GM heißt es:

„Die bis einschließlich 2019 mit dem Hinweistext unter R65.-! in der ICD-10_GM übereinstimmende Kodierrichtlinie („Kodiere zunächst die Sepsis…“) begrenzt die Anwendung der Kodes aus R65.-! bei infektiöser Genese auf das Vorliegen einer Sepsis. Das bedeutet, dass auch bei formaler Erfüllung der SIRS-Kriterien bei einer Infektion ohne Sepsis (z.B. fieberhafte Pneumonie mit Leukozytose) Kodes aus R65.-! nicht anzugeben waren. Ab 2020 wurden in Übereinstimmung mit den entsprechenden Anpassungen in der ICD-10_GM der Hinweistext und die Bezüge zwischen SIRS infektiöser Genese und Sepsis gestrichen. Damit wurde das immer wieder auftretende Missverständnis ausgeräumt, dass die Erfüllung der Kriterien für ein SIRS infektiöser Genese automatisch die Kodierung einer Sepsis rechtfertigen würde.“

M.E. heißt das im Umkehrschluss, dass Sepsis und SIRS als zwei unterschiedliche Erkrankungen aufgefasst werden und es sich somit nicht um eine Doppelkodierung im Sinne der MDK Definition (s.o.) handelt. Dafür spricht auch, dass die Berücksichtigung der Sepsis 3 Definition in der ICD-10_GM auf Grundlage von Studien erfolgte, derer zufolge alle Intensivpatienten mindestens ein SIRS Kriterium aufweisen, umgekehrt aber einer von acht Patienten mit lebensbedrohender Infektion weniger als zwei Kriterien. (Kautonen et.al. 2005). Auf Grundlage der Berücksichtigung der neuen Sepsis 3 Definition erfahren nun auch diese Fälle bei Vorliegen einer Organkomplikation eine Abbildung unter der Diagnose Sepsis im DRG System. Die zusätzliche Kodierung der einzelnen Organdysfunktionen erfolgt analog der DKR D004d Syndrome („Sehen die ICD -10-Verzeichnisse keine spezifische Schlüsselnummer für das Syndrom vor, so sind die einzelnen Manifestationen zu verschlüsseln“). M.E. entfällt dadurch das Argument des MDK, dass die SOFA Kriterien die SIRS Kodes redundant werden lassen.

Im historischen Kontext nach Brunkhorst und Schmitz 2016 gesehen, wurden die SIRS Kriterien zur Unterteilung des Schweregrades einer Sepsis eingeführt und um dem damit verbundenen differenzierten Ressourcenverbrauches zur Abbildung im DRG System gerecht zu werden. Dieses Kriterium erfüllen die SOFA Kriterien (noch) nicht. Sie dienen lediglich der Definition zum Vorliegen einer Sepsis im Sinne der Sepsis 3 Definition oder bei Fehlen derselben eben nicht. Ein Hinweis auf diese Art der Differenzierung ist auch, dass die SIRS Kodes weiterhin mit PCCL belegt sind, ebenso wie das fehlende Exklusivum in der DKR 0103s. Eine geordnete Überführung der SIRS Kriterien zum SOFA Score in der ICD-10_GM ist ausgeblieben. Damit haben die Kodes R65.-! ihre volle Gültigkeit behalten und sind m.E. weiterhin neben der Sepsis kodierbar, wenngleich auch der Kode R65.0! zur Fallschwere einer Sepsis merkwürdig anmutet.


V. Tiedemann


In der DKR heißt es: Dabei ist zunächst ein Kode für die ein SIRS auslösende Grundkrankheit anzugeben, gefolgt von einem Kode aus R65.–! Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom [SIRS]. Zur Angabe von Organkomplikationen, Erregern und deren Resistenzlage sind zusätzliche Schlüsselnummern zu verwenden.

Es gibt an keiner Stelle in der Klassifikation einen Hinweis, dass ein SIRS nicht zusätzlich zu einer Sepsis kodiert werden kann. Es handelt sich um zwei verschiedenen und voneinander abgrenzbare Krankheitsbilder, bei denen sich aber verschiedene Symptome überschneiden.

--Dennler (Diskussion) 18:16, 17. Okt. 2021 (CEST)