Diskussion:Anfrage 0313

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Im OPS ist nicht von einer "Infektexazerbation" die Rede, sondern von einer COPD mit akuter Infektion der unteren Atemwege. Insofern kommt es für die Kodierung der J44.0- nicht darauf an, ob eine Therapie eskaliert wurde, oder nicht. Wenn eine entsprechende Lungenfunktionsprüfung vorliegt, kann die Endziffer 0 - 3 kodiert werden, anderenfalls die Endziffer 9.

Aufgrund der DKR D006 ist die "Akut-vor-Chronisch" hier nicht so anwendbar, wie der Fragesteller meint. Die COPD wird als HD kodiert. Die Lungenentzündung wird analog zur KDE 200 als ND kodiert.

--Salome (Diskussion) 13:32, 7. Aug. 2021 (CEST)


Diese Diskussion kommt irgendwie auch immer wieder. Unsere Internisten verstehen unter eine COPD mit akuter Infektion der unteren Atemwege i.d.R. keine Pneumonie, sondern eben eine meist virale Infektion, die zu einer Verschlechterung der COPD und meist auch der Lungenfunktion führt. Eine Pneumonie grenzen sie hingegen davon ab, sowohl therapeutisch als auch diagnostisch. Von daher würden wir eine nachgewiesene Pneumonie auch als solche kodieren, zusammenmit dem Erreger und einer möglichen respiratorischen Insuffizienz. Die COPD wäre dann ND, so wie es der MD auch sieht H. Stute


Zur Frage J44.82 oder J44.02:

Hier greift DKR D006e:

die ICD-10-GM hat für die chronische COPD, welche akut infektexazerbiert ist, eine eigene Schlüsselnummer: J44.0f, somit wird J44.8f lt. der o.g. Kodierrichtlinie nicht kodiert. Der ICD Kode J44.0f gibt den aktuellen Zustand der Erkrankung spezifischer wieder als der ICD Kode J44.8f.

Zur Frage der Kodierung J44.02 und der Wahl der HD:

Es liegt eine nachgewiesene Pneumonie mit erhöhten Infektparametern vor. Gleichzeitig besteht eine respiratorische Partialinsuffizienz. Wir haben den laborchemisch nachgewiesenen Infekt und die nachgewiesene Exazerbation durch die verschlechterte respiratorische Situation. Die Schlüsselnummern J44.0f geben genau diese Konstellation wieder. Die respiratorische Partialinsuffizienz legt ein Parenchymversagen nahe, also ein Problem der Lungenbelüftung, wie z.B. bei Vorliegen von Infiltraten, die die Oxygenierung behindern. M.E. steht in diesem Fall die Pneumonie im Vordergrund. Bezugnehmend auf die vorliegenden Informationen aus der Fragestellung war dies bei den behandelnden Ärzten im genannten Fall genauso.

V.Tiedemann


Aus meiner Sicht kann die j44.0- kodiert werden, weil ja offensichtlich eine Infektion vorliegt und neben der J18.0 bzw. j15.9, bei fehlendem Keimnachweis, hier die Behandlung von zwei Krankheiten erfolgt. Bei der Wahl der HD halt ich den Ressourcenverbrauch für entscheidend.--Loehr (Diskussion) 10:44, 8. Okt. 2021 (CEST)


Korrekt ist die Kodierung mit J44.0* Chronische obstruktive Lungenkrankheit mit akuter Infektion der unteren Atemwege bei Nachweis einer Pneumonie und Vorhandensein einer COPD. Eine Exacerbation der COBD durch den Infekt wird weder im Klassentitel noch im alphabetischen Verzeichnis gefordert. --Dennler (Diskussion) 17:31, 17. Okt. 2021 (CEST)