Anfrage 0400: Unterschied zwischen den Versionen

Aus DGfM
Zur Navigation springenZur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 48: Zeile 48:
OPS:
OPS:


5-569.0x Andere Operationen am Ureter: Freilegung des Ureters (zur Exploration)<br>
[https://klassifikationen.bfarm.de/ops/kode-suche/htmlops2026/block-5-55...5-59.htm#code5-569 5-569.0x] Andere Operationen am Ureter: Freilegung des Ureters (zur Exploration)<br>
    
    
5-569.3x Andere Operationen am Ureter: Ureterolyse
[https://klassifikationen.bfarm.de/ops/kode-suche/htmlops2026/block-5-55...5-59.htm#code5-569 5-569.3x] Andere Operationen am Ureter: Ureterolyse


DKR:
DKR:

Version vom 30. September 2026, 11:13 Uhr

1. Thema: Abgrenzung der OPS-Kodierung Ureterolyse gegenüber Freilegung des Ureters (zur Exploration)

Anfrage vom: 22.09.2026

Stand:


2. Problembeschreibung:

Bei operativen Eingriffen im kleinen Becken wird der Ureter häufig dargestellt, um eine iatrogene Verletzung zu vermeiden. In Fällen mit ausgeprägten Adhäsionen, Endometriose oder retroperitonealer Fibrose kann darüber hinaus eine aufwendige Präparation des Ureters mit Lösung aus umgebenden narbigen bzw. fibrotischen Strukturen erforderlich werden.

Unklar ist die Abgrenzung zwischen der Kodierung einer Freilegung des Ureters (zur Exploration) und einer Ureterolyse.

Beispielhaft wurde bei einer laparoskopischen Ovarialzystenexstirpation folgendes dokumentiert:

„Mobilisation des Sigmas, Mobilisation von Tube und Ovar links, dabei retroperitoneales Eröffnen bei ausgeprägter retroperitonealer Fibrose aufgrund der dichten Adhäsionen, Ureterolyse, Mobilisation des Ureters aus der Fibrose retroperitoneal.“

Eine primäre Erkrankung des Ureters lag nicht vor. Die Maßnahme erfolgte im Rahmen der sicheren Durchführung des gynäkologischen Eingriffs.


3. Frage:

Welche Kriterien müssen für die Kodierung einer Ureterolyse erfüllt sein und wie ist diese gegenüber der Freilegung des Ureters (zur Exploration) abzugrenzen?

Insbesondere:

- Reicht die Darstellung bzw. Identifikation des Ureters zur Vermeidung einer Verletzung für die Kodierung einer Freilegung des Ureters aus? Wie ist zu verfahren, wenn dieser Schritt regelhafter Bestandteil der primären Operation ist?
- Ist die operative Lösung des Ureters aus Adhäsionen, Narben oder retroperitonealer Fibrose mit anschließender Mobilisation als Ureterolyse zu bewerten?
- Muss für die Kodierung einer Ureterolyse eine uretereigene Erkrankung oder funktionelle Beeinträchtigung vorliegen?
- Welche operativen und dokumentarischen Merkmale unterscheiden eine Ureterolyse von einer bloßen Freilegung zur Exploration in der Kodierung?


4. ggf. Lösungsansatz:

Für die Abgrenzung zwischen Freilegung des Ureters (zur Exploration) und Ureterolyse sollte maßgeblich sein, ob die operative Maßnahme lediglich der Darstellung des Ureters dient oder ob eine krankhafte Einbettung des Ureters in Adhäsionen, Narbengewebe, Endometriose oder Fibrose gelöst werden muss oder ob eine Harnabflussstörung mit Ureterolyse klassifikatorisch behoben werden soll im Rahmen der Kodierung Ureterolyse.

Unklar ist insbesondere, ob für die Kodierung einer Ureterolyse eine eigenständige Erkrankung des Ureters erforderlich ist.

Fraglich ist, ob eine Ureterolyse auch dann vorliegt, wenn keine primäre Uretererkrankung besteht, jedoch aufgrund von pathologischen Verwachsungen oder retroperitonealer Fibrose eine gezielte Freipräparation und Mobilisation des Ureters notwendig wird. In diesem Fall erfolgt die Maßnahme zwar zur Durchführung eines anderen Eingriffs, beinhaltet jedoch die Darstellung des Harnleiters ohne Harnabflussstörungen im Rahmen der Adhäsiolysekodierung.

Demgegenüber könnte die Freilegung des Ureters (zur Exploration) vorliegen, wenn der Ureter lediglich identifiziert und dargestellt wird, ohne dass eine Lösung aus pathologischen umgebenden Strukturen erforderlich ist.

Aus urologischer Sicht ist eine Ureterolyse klassisch keine bloße Darstellung des Ureters, sondern die operative Befreiung eines eingeengten, ummauerten oder fixierten Harnleiters aus krankhaftem umgebendem Gewebe. Das Ziel der Ureterolyse ist dabei, die äußere Kompression oder Fixierung des Ureters aufzuheben, um eine Obstruktion zu beseitigen und dies bedingt eine entsprechende Diagnose der Uretererkrankung.


5. ICD / OPS / DKR / Gesetze:

OPS:

5-569.0x Andere Operationen am Ureter: Freilegung des Ureters (zur Exploration)

5-569.3x Andere Operationen am Ureter: Ureterolyse

DKR:

DKR P001 Allgemeine Kodierrichtlinien für Prozeduren


Antwort

...

(Stand: ...)


Zurück zu Anfrage 0399

Weiter zu Anfrage 0401

Zurück zur Anfragen Übersicht