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Schlagworte: Aortenklappenstenose, bikuspidale Aortenklappe

Erstellt: 31.08.2017

Stand:

Aktualisiert:

Problem/Erläuterung

78 jährige Patientin kommt geplant zur Operation einer Aortenklappenstenose. Intraoperativ findet sich eine bikuspidale Aortenklappe mit Stenose.

Wie ist die Aortenklappenstenose in diesem Fall zu kodieren?

Kodierempfehlung SEG-4:

Die Aortenklappenstenose ist in diesem Fall nur mit I35.0 Aortenklappenstenose zu kodieren. Es liegt zwar eine angeborene Fehlbildung der Klappe vor (bikuspidale Aortenklappe), die das Entstehen einer Aortenklappenstenose begünstigen kann, aber keine angeborene Aortenklappenstenose. Deshalb ist kein Kode aus Kapitel XVII zu verwenden.

Siehe auch Kodierempfehlung 533.

Kommentierung FoKA:

Dissens (15.09.2017):

Kodes aus dem Kapitel sind in der Anwendung nicht auf die Fälle zu begrenzen, bei denen die komplette klinische Manifestation bereits bei Geburt besteht. Diagnosen aus Q23.- beschreiben mit einem Kombinationskode eine komplexe Erkrankung der Herzklappe(n) und der Aorta und der im zeitlichen Verlauf resultierenden funktionalen Beeinträchtigung.

In den Hinweisen des systematischen Verzeichnisses und im alphabetischen Verzeichnis zum Kode Q23.1 Angeborene Aortenklappeninsuffizienz ist ausdrücklich der Begriff "bikuspide Aortenklappe" aufgeführt. Wenn die klinische Manifestation keine Insuffizienz sondern eine Stenose ist, ist in der Differenzierung der KOde Q23.0 Angeborene Aortenklappenstenose auszuwählen. Dabei ist zu beachten, dass unter dem Klassentitel des ICD-Dreistellers I35 angeborene Erkrankungen der Aortenklappe exkludiert werden und auf das Kapitel XVII verwiesen wird.

Der enge Zusammenhang zwischen einer pathologischen Klappenanatomie und den resultierenden Stenosen bzw. Insuffizienzen kann der Fachliteratur entnommen werden. (https://edoc.hu-berlin.de/bitstream/handle/18452/14618/Bauer.pdf?sequence=1)


Direkt-Link SEG-4

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