Anfrage 0390

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1. Thema: OPS-Kodierung einer selektiven intraarteriellen Lidocainapplikation in die A. meningea media beidseits bei therapierefraktärer Migräne

Anfrage vom: 30.01.2026

Stand:


2. Problembeschreibung:

Bei einer Patientin mit therapierefraktärer Migräne wurde eine interventionell-radiologische Behandlung mit superselektiver, intraarterieller Applikation von Lidocain in die A. meningea media (beidseits) durchgeführt. Die Maßnahme erfolgte über femoralen arteriellen Zugang unter Nutzung von Führ- und Mikrokathetern mit angiographischer Darstellung und anatomischer Sicherung der Gefäßversorgung. Im OPS-Katalog findet sich keine eindeutig passende Prozedur zur Abbildung dieser gezielten intraarteriellen Medikamentenapplikation ohne Embolisation, Ablation oder neurochirurgischen Eingriff.

Medizinische Angaben (Kurzfassung)
Zugang: A. femoralis communis rechts, 5F-Schleuse
Kathetersystem:
- 5F Vertebralis-Führkatheter
- Mikrokatheter Rebar-18
- Mikrodraht Synchro-14
Technik:
- Biplanare DSA
- Superselektive Katheterisierung der A. meningea media bis distal der A. meningo-lacrimalis
- Beidseitige Applikation von jeweils 75 mg Lidocain über 10 Minuten
Indikation: Therapierefraktäre Migräne
Ergebnis: Komplikationslose intraarterielle Lidocainapplikation bds.
Besonderheiten: Keine Embolisation, keine Ablation, rein medikamentöse intraarterielle Therapie


3. Frage:

Wie ist die beschriebene Prozedur korrekt im OPS zu kodieren?

Insbesondere bitten wir um Ihre Einschätzung zu folgenden Punkten:

• Abbildung als angiographisch gesteuerte intraarterielle Medikamentenapplikation

• ggf. Zuordnung zu einem OPS aus dem Bereich der interventionellen Gefäßtherapie


4. ggf. Lösungsansatz:

Diskutiert wurde u. a. eine Kodierung aus dem Bereich der interventionellen Gefäßdiagnostik bzw. der intraarteriellen Therapie ohne Gefäßverschluss, jedoch ohne eindeutige OPS-Zuordnung. Eine Analogbewertung erscheint derzeit nicht eindeutig möglich.


5. ICD / OPS / DKR / Gesetze:

OPS: 8-83c.0 Andere (perkutan-)transluminale Gefäßintervention


Antwort

Es existiert aktuell kein spezifischer OPS zur Abbildung einer intraarteriellen Applikation von Medikamenten außerhalb der gezielten Spasmolyse von zerebrovaskulären Vasospasmen. Daher ist aus dem Bereich der transluminalen Gefäßinterventionen der unspezifische Schlüssel 8-836.x0 zu verwenden.

(Stand: 04.02.2026)


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